Die Rheinpfalz-Kolumne vom 29. März 2010

Am vergangenen Donnerstag ist der ehemalige KSC-Präsident Roland Schmider 70 Jahre alt geworden. Von 1973 bis 2000 war er dem Verein als Präsident vorgestanden und hatte diesen in all den Jahren geprägt und repräsentiert wie kein anderer vor und nach ihm. Es waren Zeiten, in denen der Bundesligafußball noch nicht derart durchorganisiert war wie heute und man seinem bisweilen in Nöte geratenen Club noch auf recht unorthodoxe Weise helfen konnte. Schmider und der KSC hatten hierzu nicht selten das Bedürfnis und die Gelegenheit, da in seine Amtszeit immerhin vier Bundesligaauf- und abstiege standen. Hierbei inbegriffen waren natürlich zahlreiche Turbulenzen personeller und im besonderen wirtschaftlicher Art. Der umgängliche und leutselige Wahl-Neureuter konnte gut mit Menschen und Institutionen umgehen und wußte dieses Talent für seinen Verein auch einzusetzen. Wie oft mag man beim DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise der siebziger und achtziger Jahre ob der dort von den Karlsruhern eingereichten Lizenzierungsunterlagen mit dem Kopf geschüttelt haben, da diese offenkundig doch eher Grimms Märchen als betriebswirtschaftlichen Lehrbüchern entnommen zu sein schienen. Mußten seinerzeit Vereine wie der F.C. St. Pauli, Kickers Offenbach oder Rot-Weiß Oberhausen über die Klinge springen, brachte Schmider seinen Klub allerdings stets irgendwie durch. Ebenso kann man davon ausgehen, daß er mit seinem Talent z. B. die Gunst der vergangenen Jahre, als der KSC so dicht wie noch nie vor der Lösung der leidigen Stadionfrage gestanden hatte, weitaus besser genutzt hätte als sein späterer Nachfolger Hubert H. Raase.

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Zum Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am kommenden Samstag, den 27. März, erscheint die Nummer 18 der HELDEN!

Nachdem Michael Harforth in der letzten Ausgabe unser Titelthema war, legen wir nun in einem 2. Beitrag über ihn nochmals nach. Der heute in Österreich lebende Mittelfeldspieler genoß in Karlsruhe schon früh eine nachgerade hymnische Verehrung, wie sie in der legendären Sendung des Radios Querfunk aus dem Jahre 2002 nachdrücklich zum Ausdruck kam. Daher dokumentieren wir diese Eloge und belegen, daß der geniale Harforth wohl “der einzige Grund war, weshalb jemals ein Ball über den grünen Rasen rollte”.

Obgleich ebenfalls mit herausragenden Anlagen versehen, blieb vom 1969 aus der eigenen Jugend in die 1. Mannschaft gestoßenen Hans Haunstein. Vor 10 Jahren in München verstorben, galt der in Wien geborene, laufstarke und torgefährliche Techniker einst als großes Talent. An der KSC-Ikone Horst Wild nicht vorbeikommend, gelang ihm im Wildpark der große Durchbruch allerdings nicht. Auch sein Wechsel zu 1860 München im Sommer 1975 brachte ihm – trotz des Bundesligaaufstieges 1977 – nicht die ganz großen Erfolge. Seine wechselhafte Lebensgeschichte zeigt, daß München nicht für alle einstigen KSC-Talente zum Ort des großen Glücks wurde.

Weitaus nüchterner, doch nicht weniger pointiert, blickt der ehemalige BNN-Redakteur Ralf Kattwinkel auf seine Jahre als Begleiter des KSC zurück. Es geht um großen Durst und große Erinnerungen – und um den KSC der 80er Jahre, ehe die rasante Professionalisierung des Fußballs manch Menschliches zu verhindern begann.

Wie man sich heute den Aufgaben an der Basis stellt, erklärt schließlich Markus Kauczinski in einem großen Interview. Der gebürtige Gelsenkirchener arbeitet seit vielen Jahren mit Jugendlichen zusammen und zeigt auf, daß Fußball mehr mit Sozialarbeit als mit einem Hochglanzprodukt zu tun hat. Und daß der KSC mit seiner Nachwuchsarbeit auch ohne viel Geld und moderne Jugendzentren absolut wettbewerbsfähig ist.

Abgerundet wird die Ausgabe mit einem herrlichen Foto-Essay Christian Pfefferles.

Sie erhalten das Magazin am HELDEN!-Stand vor dem Clubhaus und bei zahlreichen mobilen Verkäufern auf dem Stadiongelände, sowie ab kommender Woche in Fan-Shop und Geschäftsstelle des KSC, im Zeitschriftenhandel und auf www.heldenmagazin.de.

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Liebe Leser,
wie Ihnen sicher auch schon auffiel, gehörte unsere Website nicht zu den Allerschnellsten. Schuld war ein Datenbank-Server, der mit dem Wort gemütlich noch sehr vorsichtig beschrieben wäre.
Um dies zu ändern haben wir beschlossen, den Provider zu wechseln.
Da wir mögliche Ausfallzeiten so gut als möglich vermeiden wollten, wurde zuerst eine zusätzlich .com-Adresse registriert und die bisherige .de-Adresse dorthin umgeleitet. Wundern Sie sich also nicht, wenn die Seite zwischenzeitlich auf  .com endet. Sie sind keinem Hacker auf die Schliche gegangen – das hat schon seine Richtigkeit.
Sobald die .de-Adresse auf den neuen Provider übertragen ist, werden wir wieder auf die gewohnte Adresse – www.heldenmagazin.de – zurückschalten. Sie werden in der Übergangsphase keine Unterschiede (bis auf die veränderte Endung der Domain) bemerken und brauchen also auch nicht Ihre Bookmarks/Lesezeichen zu ändern. Die Seite bleibt die ganze Zeit über die bekannte Adresse erreichbar.

Mit blau-weißen Grüße,
der Admin

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Die Rheinpfalzkolumne vom 23. März 2010

Eine runde Woche ist nun vergangen, seit das Präsidium des KSC nun schon zum wiederholten Male in dieser Saison von kräftigen Turbulenzen durchgeschüttelt wurde. Dies ist heutzutage eine lange Zeit, da nichts so alt sein kann wie die Nachricht von gestern. Und, zugegeben, man ist ob der schon nahezu konstant unappetitlichen Nachrichtenlage aus dem Wildpark arg ermüdet. Erst recht, wenn man erst seit wenigen Stunden von einer überflüssigen Reise nach Oberhausen zurückgekehrt ist. Man muß lange zurückdenken, daß einem der Spaß am Karlsruher Fußball derart verleidet worden ist. Ein am Sonntag ebenfalls im Stadion weilender Freund flüchtete bereits 10 Minuten vor Spielende mit zornesrotem Kopf von dannen, weil er die „charakterlich schlimmste“ Mannschaft seit dem Zweitligaabstieg 1999/2000 nicht mehr ertragen konnte. Er – in Oberhausen wohnend – sieht seinen Verein nicht oft spielen, und wenn doch, dann schlägt das Schicksal in der Regel erbarmungslos zu. Es gab für ihn einmal eine Phase von etwa 12 KSC-Spielen im Westen, während der er sich gerade einmal über 1 Tor freuen durfte. Geschweige denn, daß der KSC in dieser unglaublichen Serie auch nur eine Partie gewonnen hätte. Das Leben ist mitunter hart – andere Männer haben zu Hause eine böse Frau oder ein Furunkel am Hintern sitzen. Und mein Freund eben den Karlsruher SC. Das ist weiß Gott nicht schön.

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Liebe Leser,
der Winter scheint endlich in den letzten Zügen zu liegen und es nahen die Tage, an denen man es sich draußen im Hardtwald, bei einem frischen Pils gemütlich machen und einem Fußballspiel zusehen kann.
Gibt es schöner gelegene Stadien in Deutschland?
Wohl nicht sehr viele. Und zusätzlich finden sich in unserem Buch im Wildpark weitere 150 gute Gründe in Farbe und Schwarz-Weiß, um die Heimat unseres KSC wertzuschätzen.

Weiterhin viel Spaß im Wildpark,
Ihre Redaktion

:: Webseite im Wildpark







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Die Rheinpfalzkolumne vom 16. März 2010

Der KSC und sein junger Verteidiger Michael Blum ringen gerade um eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit. Es wogt hin und her, mal verkündet eine Seite das Aus der Verhandlungen, oder die andere eine nur kurz bevorstehende Einigung. Unter der Hand munkelt man, daß sich das Angebot des Vereins auf monatlich 8.000 Euro belaufe, während sich der Spieler und sein Berater gerne das doppelte dieser Summe erhoffen. Die Arbeitsnachweise des talentierten Rheinländers sind bislang ordentlich, auch darf er sich aufgrund seiner stets vorhandenen Einsatzfreude über die breite Sympathie des Publikums freuen. Ob er allerdings grundsätzlich die im Raume stehenden Beträge wert ist, entzieht sich der Kenntnis des Betrachters, da diesem die Vergleichwerte zu anderen Spielern seiner Kategorie fehlen. Daher kann man auch nicht verbindlich urteilen, ob der KSC gerade versucht, einen jungen Mann vertragspolitisch über den Tisch zu ziehen oder jener bereits angefangen hat, in luftigsten Höhen traumzuwandeln. Unangenehm sind solch öffentlich ausgetragenen Dispute allerdings für beide Seiten. So steht der KSC in einem heftigen Konkurrenzkampf um junge Nachwuchsspieler, auf die er aus Image- und besonders Kostengründen so sehr angewiesen ist. Da ist es nicht gut, sollte sich herumsprechen, daß man junge Spieler finanziell auszunutzen versucht. Und Blum selbst könnte schnell das Schildchen „Raffzahn“ umgehängt bekommen. Besser wäre also tatsächlich, daß Verhandlungsinhalte von beiden Seiten intern behandelt werden sollten.

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Liebe Leser,
vor wenigen Wochen waren wir – Christian Pfefferle und Matthias Dreisigacker – anläßlich des KSC-Spiels beim F.C. St. Pauli in Hamburg.
Abseits des doch recht unerquicklichen sportlichen Auftritts der Mannschaft veranstalten wir am Abend darauf in der Eimsbütteler Kneipe Urknall auch eine Lesung. Felix Mescoli, einst bei der Rheinpfalz und heute Volontär bei einer Braunschweiger Tageszeitung, war ebenfalls anwesend und hat über den Abend geschrieben. Nachzulesen ist sein Bericht hier:
http://gelb-rot-gelb.blogspot.com/2010/02/zweiter-ksc-heldenabend-in-hamburg.html
Danken möchten wir an dieser Stelle nochmals dem Urknall-Wirt Haiko Lux und seinen Mädels, die den Abend perfekt begleiteten und überhaupt erst möglich gemacht hatten. Dies war nicht selbstverständlich, da Lux ein in Stuttgart geborener VfB-Anhänger ist. Zum Fan war er 1977 geworden, als der VfB unter Trainer Jürgen Sundermann und mit Spielern wie Helmut Roleder, Erwin Hadewicz, Hermann Ohlicher, Hansi Müller oder Dieter Hoeneß in die Bundesliga aufgestiegen war und dort sofort begonnen hatte, die Liga aufzumischen. Sehr löblich also, daß er uns Badenern Obdach gewährte!
Wir werden diese Lesungen in unregelmäßigen Abständen fortführen und zeitig darauf hinweisen.
Ihre Redaktion

vor wenigen Wochen waren wir – Christian Pfefferle und Matthias Dreisigacker – anläßlich des KSC-Spiels beim F.C. St. Pauli in Hamburg.

Abseits des doch recht unerquicklichen sportlichen Auftritts der Mannschaft veranstalten wir am Abend darauf in der Eimsbütteler Kneipe Urknall auch eine Lesung. Felix Mescoli, einst bei der Rheinpfalz und heute Volontär bei einer Braunschweiger Tageszeitung, war ebenfalls anwesend und hat über den Abend geschrieben. Nachzulesen ist sein Bericht hier:

http://gelb-rot-gelb.blogspot.com/2010/02/zweiter-ksc-heldenabend-in-hamburg.html

Danken möchten wir an dieser Stelle nochmals dem Urknall-Wirt Haiko Lux und seinen Mädels, die den Abend perfekt begleiteten und überhaupt erst möglich gemacht hatten. Dies war nicht selbstverständlich, da Lux ein in Stuttgart geborener VfB-Anhänger ist. Zum Fan war er 1977 geworden, als der VfB unter Trainer Jürgen Sundermann und mit Spielern wie Helmut Roleder, Erwin Hadewicz, Hermann Ohlicher, Hansi Müller oder Dieter Hoeneß in die Bundesliga aufgestiegen war und dort sofort begonnen hatte, die Liga aufzumischen. Sehr löblich also, daß er uns Badenern Obdach gewährte!

Wir werden diese Lesungen in unregelmäßigen Abständen fortführen und zeitig darauf hinweisen.

Ihre Redaktion

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Die Rheinpfalzkolumne vom 9. März 2010

Diese Kolumne entstand nur wenige Stunden vor dem Spiel des KSC bei Arminia Bielefeld. Und da eine ordentliche Zeitung nun einmal nicht die grenzenlose Zeitfreiheit des Internets besitzt, kann es passieren, daß Sie hier etwas über den KSC lesen, das zum Zeitpunkt Ihrer Lektüre schon wieder barer Unsinn sein könnte. Andererseits gibt es aber auch Dinge, an derer Betrachtensweise auch die 90 Minuten in Ostwestfalen nichts werden ändern können. Und hierzu gehören unter anderem Gedanken über den richtigen Gebrauch von Macht und Einfluß. Journalisten und Inhaber wichtiger öffentlicher Ämter und Positionen verfügen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, über eine solche „Macht“. Äußerst irritierend ist es daher stets, wenn man festzustellen meint, wie unbedacht, rücksichtslos oder deren Inhaber überfordernd diese eingesetzt werden kann. Nehmen wir doch einmal den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Dr. Theo Zwanziger, sowie seinen einstmaligen Schiedsrichteraufseher Manfred Amerell. Unbesehen dessen, was – und ob überhaupt – der ehemalige Geschäftsführer des KSC denn nun tatsächlich mit seiner Entscheidungsgewalt über junge Schiedsrichter angestellt hat, ist es verstörend, wie Amerell auf den Verlust von Einfluß und öffentlicher Reputation reagiert. Jeder, dessen der Oberschwabe habhaft werden kann und wird, darf sich darauf einstellen, daß sein Leben künftig ein anderes sein wird. Geradezu alttestamentarisch wirken sein verletzter Stolz und Zorn – und desavouiert ihn daher fast schon mehr, als jedwede sich herausstellende Unregelmäßigkeit in seinem Amt es hätte tun können. Als ähnlich ungenügend offenbarten sich in den vergangenen Wochen die Fähigkeiten Dr. Zwanzigers, menschenkundlich und intellektuell seinem wichtigen Amt gerecht zu werden. Ohne auch nur näher mit der Materie befaßt zu sein ist es ersichtlich, daß es dem DFB-Präsidenten in nur wenigen Tagen gelungen ist, mehrere Existenzen zu ruinieren. Und spätestens jetzt ist es ein Rätsel, wie jemand wie er zu seinem wichtigen Amt kam.

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Liebe Leser,

unsere Sammelboxen sind nun leider ausverkauft. Dieses Angebot werden wir auch nicht wieder auflegen, wofür wir um Verständnis bitten.
Dennoch können weiterhin alle Hefte bestellt werden. Aber bitte daran denken, daß einige Nummern knapp zu werden beginnen und Sie nicht mehr lange die Gelegenheit haben werden, Ihre Sammlung der HELDEN! zu vervollständigen.

Ihre Redaktion

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Die Rheinpfalz-Kolumne vom 2. März 2010

Soviel vorweg: Der FCK hat am Sonntag in Karlsruhe verdient gewonnen. Daher hielt und hält sich der badische Gram gegenüber den Pfälzer Gästen doch in Grenzen. Manch einer wird über den bevorstehenden Bundesliga-Aufstieg des alten Rivalen sogar noch nicht einmal böse sein, da man in diesem Falle die rotgewandete Flut den Wildpark so bald nicht wieder überschwemmen sehen müßte. Viel mehr getroffen sein wird man hingegen von der erneut sehr schwachen Leistung des KSC. Und der Zorn mag sich hernach sogar noch gesteigert haben, als sich die sportliche Leitung nicht zu schade dafür war, die eher zufällige Pausenführung noch als Beleg dafür herzunehmen, daß man doch eigentlich lange Zeit recht passabel gespielt und mitgehalten habe. Unsinn! Der FCK hatte die ersten 45 Minuten schlicht verschlafen und mehr die Wetterkapriolen genossen, als sich mit dem Spiel zu beschäftigen. Sobald er nach der Halbzeit ein wenig anzuziehen begann, war es um das Karlsruher Kartenhäuschen geschehen gewesen.

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